| Bericht und Bilder vom Verbandstag 2009 |
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Eichsfelder Tageblatt am 16.06.09 Landesbranddirektor: Ortsfeuerwehren erhalten Tageblatt-Interview mit Jörg Schallhorn / Konzept zur Sicherung der Feuerwehren in Niedersachsen Weder als Krisenmanager noch als Bewahrer des Status quo will sich Schallhorn bezeichnen lassen. Als Landesbranddirektor habe er im Flächenland Niedersachsen viele Aufgaben zu lösen, formuliert der 50-Jährige salomonisch. Und diese Einschätzung begründet er überzeugend. Denn zum einen bescheinigt er dem Brandschutz im Land: „Sie können sich personell und materiell auf die niedersächsische Feuerwehr verlassen“. Zum anderen hat er von Innenminister Uwe Schünemann (CDU) den Auftrag, ein Konzept zur Sicherung der Feuerwehren zu entwickeln. Vorrangiges Ziel des Konzeptes sei die Nachwuchsgewinnung, erläutert Schallhorn. Die Förderung des Ehrenamtes, sei da entscheidend. Es gelte, die Akzeptanz bei Arbeitgebern und in der Gesellschaft zu erhöhen. Orden und Ehrenzeichen aber auch monetäre Anreize wie die Feuerwehrrente oder die Helferkarte seien geeignete Mittel. Soviel zum Personal – ist auch die Struktur der Feuerwehren zukunftsfest? „Ich sage ja“, antwortet Schallhorn. Das lasse sich an der Erreichung eines definierten Schutzzieles festmachen. Das laute: Die Rettung einer Person aus einem zweiten Obergeschoss eines Mehrfamilienhauses. Um das innerhalb einer festgelegten Zeit zu erreichen, würden Wehren in der Fläche benötigt. „Man muss darum kämpfen, alle Ortsfeuerwehren zu erhalten“, bringt es Schallhorn auf den Punkt. Das sei nicht nur wichtig für den Brandschutz, sondern trage auch der gesellschaftlichen Rolle der Freiwilligen Wehren Rechnung, fügt er hinzu. Wenn das Schutzziel von der Politik definiert sei, müsse sie auch die Finanzierung regeln, sagt der Landesbranddirektor zur Frage des Materials. Das entlasse die Wehren aber auch nicht aus der Pflicht, mit den zur Verfügung gestellten Mitteln zu haushalten. Gleichberechtigt mit PolizeiEr habe es noch keinen Tag bereut, den Posten des Landesbranddirektors im August 2008 übernommen zu haben, sagt Schallhorn. Er betont, einer von zwei gleichberechtigten Vertretern des Landespolizeipräsidenten zu sein. So begegnet er Vorbehalten innerhalb der Feuerwehr, nach einer Umstrukturierung im Ministerium der Polizei unterstellt zu sein. Schallhorn hat nach seinem Studium in Kiel (Mathematik und Sport) 1987 in Berlin seine Feuerwehrlaufbahn begonnen. Die Gene dazu habe er als Sohn eines Berufsfeuerwehrmannes in Oldenburg mitbekommen, sagt er schmunzelnd. 20 Jahre war Schallhorn dann bei der Feuerwehr Hamburg, bevor er 2008 in das Ministerium nach Hannover wechselte. Im Moment sucht der Vater zweier Söhne eine Wohnung, um den Wechsel von Hamburg nach Hannover perfekt zu machen. Verbandstag betont Unverzichtbarkeit der FeuerwehrenZum 75-jährigen Bestehen der Feuerwehr Hilkerode war der Verbandstag des Feuerwehrverbandes Duderstadt- Eichsfeld Gast im Bergdorf. Ortsbürgermeisterin Hiltrud Rust (CDU) begrüßte die Teilnehmer mit einem Dank: „Eure Bereitschaft ist unser Ruhekissen“. Zudem attestierte sie den Brandschützern, wichtiger Teil der Traditionspflege zu sein. Von 1300 Mitgliedern des Verbandes seien 166 anwesend, erklärte Vorsitzender Dieter Uschkureit. In seinem Bericht verwies er auf die große Zahl von Einsätzen der Wehren 2008: „Hier wird deutlich, dass auf keine Feuerwehrfrau, keinen Feuerwehrmann verzichtet werden kann.“ Auch Vertreter der Politik formulierten diese Überzeugung. „Der Kreistag steht hinter ihrer Arbeit. Der Zuschuss für die Feuerwehrarbeit wird erhalten“, sagte beispielsweise Kreisrätin Christel Wemheuer. „Wir wissen, wie wichtig die Feuerwehr für uns ist. Wir wollen in jedem Ort eine Feuerwehr haben“, pflichtete Duderstadts Ratsvorsitzender Josef Nolte (CDU) bei. Er fügte hinzu: „Das kann aber schwierig werden.“ Vor diesem Hintergrund mahnte Abschnittsleiter Ost, Heinrich Marx, die Feuerwehren zur Geschlossenheit. Nur so könnten politische Ziele erreicht werden. „Was ist mit der Zusatzrente für die Feuerwehrfrau, für den Feuerwehrmann hier in Niedersachsen“, rief er aus. Ein Schlaglicht auf kommende Probleme warf eine Zahl im Bericht von Jugendsprecher Matthias Rudolph: 21 Jugendliche seien wegen anderer Interessen aus der Feuerwehr ausgetreten: „Die haben wir verloren, weil wir nicht attraktiv genug waren.“ Auf allen Ebenen müsse gegen den Nachwuchsmangel gearbeitet werden, sagte Rudolph. Ein Punkt, der auch von weiteren Rednern aus Feuerwehr und Politik auf dem Verbandstag betont wurde. Mehr? >> PDF-Datei Tageblatt-SpezialDie ersten Bilder zum Verbandstag findet Ihr hier |


