| Gemeindekommando will Klarheit |
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| Dienstag, den 02. November 2010 um 07:17 Uhr | |
Wehr fordert Richtungsentscheidung der PolitikEichsfelder Tageblatt am 02.11.10Von der Landesregierung bestätigt, und doch von der Lokalpolitik nicht ernst genommen fühlt sich die Feuerwehr in der Samtgemeinde Gieboldehausen. Auslöser ist die Diskussion um eine Ersatzbeschaffung für die Wehr in Krebeck. Die Brandschützer halten den reinen Tausch neu gegen alt bei einem ausgedienten Fahrzeug (einem sogenannten TSF) für nicht ausreichend. Sie hatten den Kauf eines besser ausgestatteten Modells (TSF-W) empfohlen. Der entsprechende Ratsausschuss der Samtgemeinde hatte die benötigten Mittel jedoch nicht bewilligt.Mit Unverständnis, beinahe schockiert und frustriert, reagieren Gemeindebrandmeister Claus Bode und sein Vize Marius Nienstedt auf den Vorgang. Es geht ihnen nicht um den Einzelfall Krebeck. Form und Stil der aktuellen Debatte deuten Bode und Nienstedt als Ausdruck eines Mangels an Interesse und Verständnis der Lokalpolitik für die Belange der Feuerwehr. „Die leidige Diskussion um das ,W' ", entfährt es Bode, verhindere die Auseinandersetzung über Sachargumente. Die halten die Brandschützer auf drei Ebenen für dringend notwendig, das wird im Gespräch mit Bode und Nienstedt deutlich. Ebene eins: Die Feuerwehr als Fachberater. „Wir kämpfen schon sehr darum, dass man uns als Einrichtung der Gemeinde begreift", wehrt sich Nienstedt gegen die Wahrnehmung der Wehren als bloße Vereine. Dabei sehen er und Bode Autorität und Glaubwürdigkeit des Feuerwehrkommandos gerade erst durch die Landesregierung bestätigt. Das Land hat einen Bericht zur Sicherstellung des Brandschutzes in Niedersachsen vorgelegt. Der bestätige in weiten Teilen den Feuerwehrbedarfsplan für die Samtgemeinde, so die Brandschützer. Dieses 81-Seiten-Dokument war Anfang 2009 von Bode und Nienstedt vorgelegt worden. Mit dem Papier hatten sie dargelegt, wie der Brand- und Katastrophenschutz in den kommenden zwei Jahrzehnten sichergestellt werden kann. Ebene zwei: Einsicht in technische Notwendigkeiten. „In einem TSF (Tragkraftspritzenfahrzeug) ist drin, was man 1960 für einen Feuerwehreinsatz brauchte", so Nienstedt. Es genüge der Anforderung, „bringe Wasser von A nach B und lösche den Brand". Heute würden die Wehren jedoch verstärkt bei Umweltschäden, zur Katastrophenhilfe, zur technischen Hilfeleistung angefordert. Das erfordere entsprechendes Gerät. „Eine kleine Motorsäge, etwas Licht, eine Schmutzwasserpumpe für jede Feuerwehr ist das Ziel", so Bode. Deshalb gehe es beim TSF-W für Krebeck gar nicht um den zusätzlichen Behälter für 500 Liter Löschwasser, der das Fahrzeug vom herkömmlichen TSF unterscheide. „Das TSF-W ist die richtige Wahl, weil wir über Ergänzungsbeladung sprechen können", so Nienstedt. „Es geht um Gewicht, nicht um Wasser." Das versetze die Wehren in die Lage, den Herausforderungen in der Fläche gerecht zu werden. Ebene drei: Politische Vorgaben an die Feuerwehr. „Sagt uns, was wir machen sollen", fordert Nienstedt die verantwortlichen Politiker auf. Wenn die Wehren umgestürzte Bäume wegräumen, Ölspuren beseitigen, Keller auspumpen sollten, bräuchten sie die nötigen Mittel. „Sagt uns nicht, ,schlagt einen Nagel in die Wand', und gebt uns keinen Hammer", fasst Nienstedt zusammen. Muss die Feuerwehr denn für diese Aufgaben gerüstet sein? „Wer soll es denn sonst machen?", macht Bode seine Position deutlich. Aber darüber müsse eben geredet werden. Der Gemeindebrandmeister und sein Vize fordern die Politik zu „konstruktiver Sachdiskussion auf". Die müsse bei jeder Ersatzbeschaffung im Einzelfall geführt werden. Dafür hätten sie angesichts klammer Kassen Verständnis, so die Brandschützer. Um eine solche Entscheidung sei es auch in Krebeck gegangen. Aber: „Wir waren irritiert, dass man die fachliche Sicht überhaupt nicht einbezogen hat", macht Bode deutlich, warum er die Diskussion über das leidige W als Beginn einer Grundsatzdebatte über die Feuerwehr in der Samtgemeinde sieht. Von Ulrich Lottmann Kommentar von Ulrich LottmannKirchengebäude und Feuerwehrautos haben zweierlei gemeinsam: Ihre Existenz galt als in Stein gemeißelt, aber nun bröckeln die Ressourcen, sie dauerhaft zu halten. Man könnte diese Liste beliebig verlängern um die Stichworte Nahverkehr, Schwimmbäder, Kultur und andere, das Dilemma bleibt das Gleiche. Eine befriedigende Lösung gibt es nicht. Das Maximum, das erreicht werden kann, ist ein schmerzhafter Kompromiss. Dafür ist der Streit um ,das leidige W', das Feuerwehrfahrzeug mit oder ohne Wassertank, ein gutes Beispiel. Wird es bestellt, muss die Samtgemeinde an anderer Stelle sparen. Wird es der Wehr versagt, müssen die Bürger eine beschränkte Einsetzbarkeit der Helfer in Kauf nehmen. Schmerzhaft ist beides. Hier den Kompromiss zu finden, ist das A und O der Politik. |
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| Aktualisiert ( Dienstag, den 02. November 2010 um 07:28 Uhr ) |


