Feuerwehrverband Duderstadt-Eichsfeld

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Mittwoch, den 27. April 2011 um 14:43 Uhr

Schulstress und Zeitmangel führen zum Rückgang des ehrenamtlichen Engagements

Eichsfelder Tageblatt am 27.04.11

Engagiert im Sportverein, bei der Feuerwehr oder in einer Partei? Jugendliche beantworten diese Frage heutzutage immer öfter mit Nein. Nach einer aktuellen Studie der Bertelsmann-Stiftung inGütersloh finden nur noch knapp ein Drittel aller 14- bis 24-Jährigen die nötige Zeit für ein Ehrenamt, obwohl das Interesse daran grundsätzlich gestiegen ist. Schuld am geringen gesellschaftlichen Engagement seien vor allem die Ganztagsschulen, das „Turbo- Abitur" und die „Turbo-Studiengänge", so die Studie.

 

Seit der Jahrtausendwende ist die Gesamtzahl der Jugendlichen,die sich engagieren, zwar nur leicht gesunken: 1999 waren es im Durchschnitt 37 Prozent, im Jahr 2009 rund 35 Prozent. Auffällig aber ist der Rückgang unter den Gymnasiasten: Hat vor zehn Jahren noch jeder zweite Schüler eines Gymnasiums (51 Prozent) ein Ehrenamtübernommen, finden heute nur noch 41 Prozent die Zeit dazu. Ursache seidie Verkürzung der gymnasialen Schulzeit von neun auf acht Jahre. Diejenigen, die das „Turbo-Abitur" machten, stünden unter zunehmendem Zeitdruck und Stress und hätten für außerschulische Aktivitäten kaum noch Freiräume, schreiben die Autoren der Studie, die auf der dritten Freiwilligenuntersuchung des Bundesfamilienministeriums beruht. Noch geringer fällt die Engagementquote unter Ganztagsschülern aus: Mit 31 Prozent liegt sie acht Prozent unter der von Schülern, die bereits mittags Schulschluss haben. Die Verlagerung des Unterrichts in die Nachmittagsstunden lasse den Jugendlichen zu wenig Freiräume für anderes, heißt es zur Begründung.

Auch nach dem Abitur sind nicht mehr junge Ehrenamtliche zu erwarten: Die Umstellung auf das Bachelorund Masterstudium lässt den Studenten zu wenig Zeit für ein Ehrenamt. Schuld an den niedrigen Ehrenamtsquoten unter Jugendlichen sind jedoch nicht allein die „Zeitfresser" Schule und Studium: „Bereits die eigene Alltagsorganisation mit Familie, Freunden, Medien und Hobbys raubt der Jugend viel Zeit und Kraft", erklärt der Berliner Jugendforscher Klaus Hurrelmann.

Aktualisiert ( Mittwoch, den 27. April 2011 um 14:56 Uhr )