Feuerwehrverband Duderstadt-Eichsfeld

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Feuerwehr probt Ernstfall auf Schützenplatz

Eichsfelder Tageblatt vom 21.06.2010

Erstmals haben am Wochenende in Duderstadt die Eichsfelder Rettungstage stattgefunden. Im Zuge einer Stationsausbildung auf dem Schützenplatz brachten sich die Feuerwehrleute, unterstützt von weiteren Kräften, auf den neuesten Stand der Personenrettung und stellten sich der Öffentlichkeit vor.

Haben ein Autowrack geöffnet und üben das Bergen von eingeklemmte Personen: Teilnehmer an den ersten Eichsfelder Rettungstagen.

Bild: © Tietzek

Duderstadt. Ein Personenwagen liegt auf der Seite. Damit er nicht umkippt, haben ihn Brandbekämpfer mit hydraulischen Stützen versehen. Nach der Sicherung auf diese Weise öffnen sie das Fahrzeuginnere. Die Türen sind verklemmt, es kommt schweres Gerät zum Einsatz. Die Feuerwehrleute proben den Ernstfall auf dem Duderstädter Schützenplatz.

Die ersten Eichsfelder Rettungstage laufen. Die Feuerwehren der Region – unter Schirmherrschaft des Feuerwehrverbandes Duderstadt-Eichsfeld – bringen sich technisch auf den neuesten Stand. Im Rahmen eines theoretischen Lehrganges haben sie Wissen über die Rettung eingeklemmter Personen bei Unfällen erhalten, jetzt setzen sie es an den Fahrzeugen in der Praxis ein.

Rund 50 Blauröcke haben die Vorbereitungen für die Praxis getroffen, acht Ausbilder sind dabei, 50 Feuerwehrkameraden werden ausgebildet. Dabei sind nicht nur Kameraden der Schwerpunktfeuerwehr Duderstadt und der Feuerwehr Gieboldehausen, sondern auch Brandschützer aus dem gesamten Landkreis Göttingen und der befreundeten Feuerwehren Tauberbischofsheim und Bad Harzburg. Eingebunden sind auch ein Notarzt sowie Angehörige der Rettungswache des Deutschen Roten Kreuzes.

Für die Organisation zeichnen neben Duderstadts Ortsbrandmeister Thorsten Krone Duderstadts und Gieboldehausens Zugführer Robert Fricke und Dirk Lutter verantwortlich. „Es ist gut, dass im Rahmen dieser Ausbildung die Feuerwehrkameraden nicht nur auf den neuesten technischen Stand, sondern vor allem auch, dass sie auf einen einheitlichen Stand kommen“, so Fricke zum Sinn der Veranstaltung. Die Feuerwehrkameraden seien sehr wissbegierig.

Das bestätigt Frank Engelke aus Duderstadt. Er ist einer der Ausbildungsteilnehmer. „Ein solcher Lerneffekt ist nicht alltäglich“, urteilt der Hauptfeuerwehrmann. Als die Feuerwehren die Ausbildung angeboten hätten, habe sich großes Interesse gezeigt, da sie neben der Theorie auch jede Menge Praxis biete.
Zum Üben bringt ein Autotransporter Wracks vom Kleinwagen über die Mittelklasse-Limousine bis hin zum Kastenwagen. Ein Gabelstapler setzt sie am Übungsort ab und bringt sie in die gewünschte Lage. Wie bei echten Unfällen, liegen die Autos zum Teil auf dem Dach, zum Teil auf der Seite.

Jetzt heißt es überlegt handeln. Bevor die Wracks geöffnet werden können, müssen sie stabilisiert werden, um beim weiteren Vorgehen nicht umzukippen und die Retter selbst in Gefahr zu bringen. Es folgen verschiedene Öffnungsmethoden wie die große Seitenöffnung und die „dritte Tür“. Damit ist gemeint, dass Vorder- und Hintertür samt B-Säule in einem Stück aufklappbar gemacht werden. Bei den Rettungsübungen lernen die Kameraden nicht nur den neuesten Stand ihrer eigenen technischen Hilfsmittel von der Blechschere bis zur Hydraulikstütze kennen, sondern erhalten auch Einblicke in den Stand der Kfz-Technik.

Von Matthias Moneke