Feuerwehrverband Duderstadt-Eichsfeld

Feuerwehrübungsfahrt am 17.09.2011 PDF Drucken E-Mail
  

Balanceakt mit Ball fördert Teamfähigkeit

Eichsfelder Tageblatt am 21.09.2011

Einmal im Jahr starten die Wehren des Feuerwehrverbandes Duderstadt-Eichsfeld zu einer Tour ins Blaue. Die traditionelle Übungsfahrt birgt viele Überraschungen, Aufgaben und Ziel erfahren die Teilnehmer erst unmittelbar vor dem Start. Am vergangenen Wochenende haben sich 16 Dreierteams auf das Abenteuer eingelassen, darunter auch eine Mannschaft aus der Brehmestadt.

 

Acht Uhr am Sonnabendmorgen. Während viele Eichsfelder sich noch einmal im Bett rumdrehen, haben sich die Feuerwehrteams bereits auf dem Duderstädter Freibadparkplatz neben der Feuerwache der Brehmestadt versammelt und ihre Aufgabenumschläge vom Verbandsvorsitzenden Dieter Uschkureit erhalten. Die gespannten Teilnehmer steigen in ihre Fahrzeuge. Los geht es. Das Triumvirat der Duderstädter Wehr besteht aus Oberfeuerwehrmann Jörg Borchardt sowie den Löschmeistern Michael Böning und Christian Oppermann. Das Team absolviert die Übungsfahrt 2011 mit einem ganz besonderen „LF8 schwer": Der Mercedes, Baujahr 1972 nimmt das letzte Mal an der Übungsfahrt teil und das mit einem überaus altehrwürdigen Charme. Noch ohne Servo-Unterstützung dreht Oppermann das Lenkrad. „Das gewinnt der Begriff Kraft-Fahrer noch mal eine ganz andere Bedeutung", sagt er schmunzelnd.

Kaum hat das Auto den Parkplatz verlassen, macht es nur wenige Meter weiter zum ersten Mal Station vor Duderstadts Feuerwache. Ein Spaziergänger grüßt im Vorbeigehen. Böning öffnet den Aufgabenumschlag und liest vor. Schon eingangs wird genau beschrieben, welche Kategorie von Straßen benutzt werden dürfen und dass die Übung im Falle eines Alarms sofort abgebrochen werden muss, um im Ernstfall „den Rettungsaufgaben nachkommen zu können", wie es amtsdeutsch heißt.

Die drei Kameraden nehmen die im Fahrzeug mitgeführten Waldbrand-Landkarten zur Hand. Aus den Aufgaben entnehmen sie die geographischen Koordinaten, die sie passieren müssen, einschließlich der vier Zwischenstationen. Mithilfe der Karten können sie die Koordinaten in ihre Fahrstrecke übertragen. Entlang festgelegter Strecken müssen sie erst das Seulinger, dann das Bilshäuser, das Gieboldehäuser und schließlich das Rhumspringer Feuerwehrgerätehaus anfahren. An diesen Punkten erwarten sie Geschicklichkeitsaufgaben. Eine der Aufgaben besteht zum Beispiel darin, einen Medizinball auf einem Ring von einer Konservendose auf ein Schlauchstück zu Balancieren, das wiederum auf der Spitze eines Verkehrshütchens befestigt ist. An dem Metallring sind dafür drei Seile: Jedes Mannschaftsmitglied muss eines fest packen und straff halten. Keine typische Übung für Brandbekämpfer, aber etwas, das zwei Dinge erfordert, die Feuerwehrleute im Einsatz stets brauchen: Teamfähigkeit und gute Verständigung untereinander. Einen Versuch haben die antretenden Dreiergruppen zum Eingewöhnen. Beim zweiten muss es klappen. Der Ball muss mit dem Ring an den Seilen an den höheren Zielpunkt und darf nicht vom Ring fallen. Dabei läuft die Stoppuhr unerbittlich mit.

Souverän und äußerst fix meistern die Duderstädter die Herausforderung. Und schon geht es weiter zur nächsten Station. Dabei ist auch der Weg das Ziel. Denn, ob die Teams die im Aufgabenzettel geforderten Routen fahren, oder heimlich Abkürzungen nehmen, wird genau kontrolliert. Auf den Strecken sind Schilder mit Zahlen aufgestellt worden, die entdeckt und notiert werden sollen. „Für jede Zahl, die bei der Auswertung fehlt, werden 20 Punkte abgezogen", erklärt Borchardt. Auch theoretische Fragen sind Bestandteil der Aufgaben. Das richtige Lösungswort „Brandbekämpfung" ergibt sich aus den korrekten Antworten auf Fragen, beispielsweise zur Funktion feuerwehrtechnischer Gegenstände oder auch zur Bedeutung von Gefahrgutkennziffern an Lastkraftwagen.

Letztendlich gewinnt das Hilkeröder Team gefolgt von Bodensee und Desingerode. Zur Siegerehrung hat Hauptsponsor (Autohaus) Herschel nach Rhumspringe eingeladen, wo Uschkureit und Rhumspringes Bürgermeister Franz Jacobi (CDU) die Sieger-Pokale überreichen.

Von Matthias Moneke

Den ersten Platz belegte Hilkerode, gefolgt von Bodensee und Desingerode.

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